Linner Nachtwächter jetzt in Uerdinger Gewand

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Fast zehn Jahre hat das erste Gewand des Linner Nachtwächters Heinz-Peter Beurskens gehalten und ihn vor Wind, Schnee und Regen geschützt. Aber jetzt brauchte er dringend einen neuen Umhang für seine bekannten Führungen.

In Uerdingen wurde er fündig und traf bei Feddo Loer in seinem Nähmaschinenservice Frogsewer in der Oberstr. 18 auf offene Ohren. Denn der Geschäftsmann ist selbst begeistert von historischen Gewändern und auch selbst in einer Gruppe aktiv. Interessenten können in seinem Geschäft, in dem es auch eine Nähmaschinen-Ausstellung zu bewundern gibt, selbst Vintagekleider nähen (lernen).

Loer kritisierte dann auch, dass das alte Gewand des Nachtwächters Metallschließen hatte: „So etwas konnte sich ein einfacher Nachtwächter früher nicht leisten! Das war eher etwas für Leute, die Geld hatten!“ Folglich hat das neue Gewand nun Schließen aus Horn. Heinz-Peter Beurskens ist von seinem neuen Gewand begeistert, auch weil es deutlich leichter ist. Im Gegenzug will er seine Enkel demnächst bei Frogsewer den Kinder-Nähmaschinenführerschein machen lassen. „Vielleicht nähen die mir dann schon das nächste Gewand,“ schmunzelt er.

Für die bis Anfang April dauernde Nachtwächtersaison gibt es noch Karten. Die Karten für die Mittwochsrundgänge ( Beginn 18 Uhr ) sind nur im Vorverkauf im Em Kontörke in Krefeld-Linn, Margaretenstr. 40 von mittwochs bis samstags ab 17 Uhr, sonntags ab 11 Uhr (Telefon 540064) erhältlich. Karten kosten 17 € inklusiv Grünkohlessen, wobei für Kinder auch Chicken McNuggets angeboten werden. Wegen der großen Nachfrage empfiehlt es sich, die Karten schnell zu bestellen. Das Nachtwächterentgelt aus diesen Führungen geht an das Museum in Linn für die Restaurierung der historischen mechanischen Musikinstrumente.

Auch werden wieder die beliebten „de-luxe“-Führungen an einigen Donnerstagen und am Samstag, den 21. März angeboten. Dann startet der Nachtwächter seine Tour in der Dependance des Linner Museumcafes in der Rheinbabenstr. im sog. Linn’sche Huus. Ab 17.30 Uhr werden die Gäste erwartet. Punkt 18 Uhr beginnt das Vorspiel, zu dem eine Suppe gereicht wird. Danach folgt das raffinierte Überraschungsbuffet. Nach dem rund zweistündigen Rundgang wird bei einem kleinen Nachspiel dann der Nachtisch gereicht. Die Karten gibt es nur im Museumscafe in der Rheinbabenstr. 85, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, Telefon 481482 zum Preis von 30 € . Auch per e-mail können Karten reserviert werden unter info@museumscafe-linn.de. Das Nachtwächter-Entgelt dieser besonderen Führungen geht in dieser Saison an den Kindergarten Pius X. in Gartenstadt.

Auch Sonderführungen sind in Zusammenarbeit mit den Restaurants in Linn für größere Gruppen nach Absprache mit ihm und dem Restaurant möglich. Dabei wird das Essen gesondert berechnet und für die Führung ein Pauschalbetrag als Spende für den Kindergarten St. Heinrich erhoben.

Hilfsnachtwächterin mit Halsgeige

Halsgeige für widerspenstige Frauen

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Künftig kann der Linner Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens, ein weiteres mittelalterliches Folterinstrument den Teilnehmern präsentieren: die berüchtigte Halsgeige.

Hobbyschreiner Thomas Bömer aus Neuss hat ihm dieses Instrument gefertigt, das auf einer Vorlage aus dem Deutschen Kriminalmuseum beruht. „ Damit wurden Frauen, die gegenüber ihren Männern widerspenstig waren, gefügig gemaccht,“ erläutert Beurskens. Da dies auch heute noch gelegentlich vorkommen soll, sieht er hier schmunzelnd Einsatzmöglichkeiten für seine künftigen Rundgänge. „Auf das ebenfalls übliche Dachabdecken werden wir aber wohl verzichten,“ meint er weiter. Thomas Bömer will ihm auch noch die früher ebenfalls häufig verwendete Halskrause fertigen.“ Dann habe ich ein nettes Repertoire an Folterinstrumenten für meine Führungen,“ freut sich Beurskens. Beide Instrumente gehörten früher wie der Pranger zu den sogenannten „Ehrenstrafen“. Thomas Bömer will er demnächst den Titel „Hoflieferant des Linner Nachtwächters“ verleihen. Seine Führungen sind ohnehin wegen der Beteiligung vieler Linner deutschlandweit einmalig und dann noch attraktiver. Da wieder viele neue Geschichten dazu gekommen sind, empfiehlt sich auch eine wiederholte Teilnahme.“ Ich habe jetzt Geschichten für fast fünf Stunden, so dass jede Führung ohnehin anders ist“, erläutert er weiter.

 

 

Monika Cleven (links) und Heinz-Peter Beurskens (rechts) mit Brille

Historische Brille für Hilfsnachtwächterin

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Mit verändertem Outfit präsentiert sich nun auch die Linner Hilfs-Nachtwächterin Monika Cleven: Optikermeister Georg Bruns von „Die Brille“ und ebenfalls Linner stiftete ihr eine Original-Brille aus dem Jahre 1890. Bruns: „ Die bisherige Brille passte weder mit der modernen Fassung noch mit den selbsttönenden Gläsern zu der Zeit, die die Nachtwächterin darstellt!“ In seinem Fundus fand er dann das historische „Schätzchen“, das er nun spendete. Diese filigrane „Schubertbrille“ – so nannte man sie damals – wurde von ihm dann auch noch mit passenden optischen Gläsern versehen, „ also ohne die damals noch nicht vorhandene Entspiegelung und Tönung.“ Zusammen mit seinen eigenen „ Schätzchen“ Florian und Christina übereichte er nun die historische Brille. Bei der ersten Führung in der nächsten Saison wurde die neue Brille erstmals präsentiert. Das ist bereits die dritte Brille, die Bruns gespendet hat: eine für den Nikolaus, eine für den Nachtwächter und jetzt noch eine für die Hilfsnachtwächterin.

Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens freut sich sehr über diese neuerliche Unterstützung seiner Tätigkeit. Der Fundus der Linner Nachtwächtergruppe wird immer größer. „ Jetzt fehlt nur noch die kleinere Hellebarde für den Kinderrundgang,“ merkt Beurskens an.